Stephan Rengelink durchbricht seinen Fluch und kommt erfolgreich beim IRONMAN Kopenhagen ins Ziel

Wasserfreunde

Eine Langdistanz besteht aus 226 Kilometer. Zu absolvieren sind 3,8 Kilometer schwimmend, 180 Kilometer auf dem Rad mit einem abschließenden Marathonlauf von 42 Kilometern. Diese nackten Zahlen bilden einen Mythos, die IRONMAN Distanz. Nicht nur der Wettkampftag ist brutal hart, sondern vor allem der Weg an die Startlinie dauert Monate und kostet intensive, kontinuierliche und beharrliche Trainingsvorbereitung.

Vor 5 Jahren hat Stephan Rengelink (geb. Morawski) die volle Härte eines IRONMAN zu spüren bekommen. Rengelink lag beim Frankfurt IRONMAN 2012 super im Rennen, war auf Hawaii Qualifikationskurs. Beim Laufen hatte er überzockt und ist seinen Marathon zu schnell angegangen. Ab Kilometer 20 kam der Mann mit dem Hammer, so dass Rengelink ein Waterloo erlebte und den Marathon ins Ziel „spazieren gegangen“ ist. Damit war für den Werner Triathlet noch eine Rechnung offen, denn das Erlebnis in Frankfurt „war stets präsent und spielte sportlich immer wieder eine Rolle.“

Stephan Rengelink startete am Sonntag beim IRONMAN Kopenhagen. In der dänischen Hauptstadt erlebte Stephan Rengelink ein Happy End. „Ich konnte meine persönliche Schallmauer durchbrechen und bin sehr zufrieden. So deutlich unter 10 Stunden ins Ziel zu kommen ist ein Traum.“

Das Schwimmen fand in der Ostsee statt rund um den Amager Strandpark. Geschwommen wurde ein 3,8 Kilometer langer Rundkurs. Nach knapp unter 1:02 Stunden stieg Rengelink bereits aus der Ostsee. „Für meinen Trainingsaufwand war das Schwimmergebnis absolut im grünen Bereich“, so der 35jährige. Der Wechsel, die sogenannte 4. Disziplin beim Triathlon, absolvierte der Wasserfreund vom TV Werne 03 wie ein Profi.

Die 180 Kilometer Radstrecke lag auf einem Rundkurs statt mit einem Mix aus Stadtmetropole, Küstenstraße und Landkurs. Die anspruchsvolle Strecke war stets wellig bei 1.100 Höhenmetern plus nordischem Wind. Auf der ersten Hälfte hielt sich Wernes schnellster Triathlet noch zurück, um mit den Kräften zu haushalten. Der Polizist beendete die Raddisziplin nach 5:09 Stunden mit einem 35er Kilometerschnitt.

Der abschließende Marathonlauf wartete auf einen Fluch, der nach Frankfurt zu durchbrechen war. „Ich hatte einen riesen Respekt vor dem Lauf. Mein oberstes Ziel war, vernünftig ins Ziel zu kommen.“ Auf dem 4 Runden Kurs in der nordischen Metropole ist der Wasserfreund dann gut durchgekommen und komplett durchgelaufen. Der Lauf ging durch das Herzstück von Kopenhagen und war mit mehr als 150.000 Zuschauern besucht, die neben seiner mitgreisten Familie ordentlich Stimmung am Streckenrand machten. „Es war mein bester Marathon“, so Rengelink. Nach 3:26 Stunden beendete der Werner Triathlet den Marathonlauf.

Im Endergebnis kam Stephan Rengelink nach 9:42:58 über den langen roten Teppich ins Ziel. Das bedeutete Rang 124 von über 2.600 Startern. Damit wurde Rengelink 29. seiner Altersklasse.

„Ich bin meiner Frau und meinen Eltern sehr dankbar. Sie agieren wie ein Team hinter mir.“ Rengelink hat ein ereignisreiches Jahr hinter sich. Er ist ist ein zweites Mal Vater geworden, heiratete seine Frau und befand sich im Hausbau.
Weitere Highlights erwarten den Werner unmittelbar. Bereits am kommenden Sonntag bestreitet er das Verbandsligafinale, um mit seinem Team den Aufstieg in die Oberliga perfekt zu machen. Am 10. September warten dann noch die deutschen Polizeimeisterschaften beim Elbetriathlon in Hamburg.

 

9:42:58 Swim 1:01:53 / Bike 5:09:00 / Run 3:26:00 124. von 2.625 Startern 29. Altersklasse M35

Stephan Rengelink durchbricht seinen Fluch und kommt erfolgreich beim IRONMAN Kopenhagen ins Ziel